NAGER - DIE ARTEN

Chinchilla NagerFoto: Chinchilla

Ein paar unterschiedliche Nager, die den Weg zu immer mehr Tierfreunden gefunden haben.

Chinchillas

sind äußerst putzige, extrem neugierige kleine Fellknäule. Sie sind verwandt mit den Meerschweinchen und stammen wie diese auch aus Südamerika. Ihr Beiname lautet "Hasenmaus". Wurden Chinchillas im letzten Jahrtausend hauptsächlich zur Pelzgewinnung gezüchtet, so sind die kleinen Tiere mehr und mehr auf dem Vormarsch in die hiesigen Wohnzimmer. Am liebsten sind Chinchillas zu zweit oder in Gruppen. Jedoch sollte man keine 2 Männchen zusammen halten, da hier die Gefahr von Revierkämpfen und Rangordnungs-Rangeleien besteht. Auch einzeln gehalten werden sie schnell zahm und geben einen langjährigen Hausgenossen ab. Chinchillas werden 10 Jahre - in Einzelfällen auch 15 Jahre - alt.
Der Käfig für ein Chinchilla sollte groß und hoch sein. Die Tiere wollen klettern, springen und rennen. Ein kleines Häuschen oder eine Höhle, in der sich das Tier tagsüber zurückziehen und ausschlafen kann ist zwingend erforderlich. Heu, Körner und Wasser gehören zur Hauptnahrung von Chinchillas. Aber auch Obst (w.z.B.: Apfel) können die Tiere nicht widerstehen.
Speziell: Chinchillas benötigen in ihrem Stall ein sog. Sandbad. Einen Bereich (z.B. große Schüssel) in dem hoher Sand ausliegt. Hier drin entspannen und pflegen sich die Tiere regelmäßig.
Empfehlung: Chinchillas sind keine Kuscheltiere für kleine Kinder. Ältere Kinder die den Tieren ihre Freiheiten lassen können viel Spaß mit Chinchillas haben - jedoch ist die Nachtaktivität der Tiere auch hier kein ideales Merkmal. Tierliebe Menschen, die tagsüber arbeiten und den Tieren dadurch schon mal automatisch ihre Ruhe lassen, stellen genau den Personenkreis dar, der sich ruhig einmal näher über die kleinen Nager informieren sollte.

Frettchen

FrettchenFoto: Frettchen - Quelle: Gilowyn / wikipedia

gehören zu der Gattung der Iltisse. Die domestizierte Form stammt höchstwahrscheinlich vom europäischen Iltis ab. Die Tiere werden 50 bis 80 cm. groß und ähneln im Aussehen den wilden Iltissen. Wobei die Zuchform viele Farbschattierungen bietet. Frettchen werden ca. 6 bis 8 Jahre alt. Allerdings ist durch eine starke Züchtung eine hohe Gesundheits-Anfälligkeit bei Frettchen zu beobachen. Viele der zahmen Iltisse sterben leider schon deutlich früher an Tumoren. Also nur bei seriösen Züchtern kaufen !
In vielen Landstrichen leben Frettchen als freie Wildtiere. Ursprünglich als entlaufene Haustiere haben sie sich wieder an die Freiheit angepasst und teilweise sehr erfolgreich ihr Leben gemeistert. In Neuseeland wurde die Haltung von Frettchen komplett verboten, da die frei lebenden Tiere (aufgrund weniger Feinde und hoher Vermehrungsrate) hier radikal in das natürliche Gleichgewicht eingegriffen - und Schaden angerichtet haben.
Frettchen sind verpielte Langschläfer. Pro Tag schlafen sie ca. 16 Stunden. Wenn sie wach sind untersuchen sie ihre Umgebung sehr genau und lassen ihrem Spieltrieb freien Lauf.
Speziell: Als einziges hier vorgestelltes Nagetier sind Frettchen Fleischfresser! Aufgrund eines schnell arbeitenden Verdauungstraktes haben die Tiere wenig Zeit die Nahrungs aufzuspalten und zu verarbeiten. Daher sind Eiweißhaltige Nahrungsmittel wichtig. Ebenfalls erwähnenswert ist, dass Frettchen NICHT nachtaktiv sind. Die wenigen Stunden die sie wach sind, verteilen sich frei über den Tag.
Empfehlung: Keine spezielle Empfehlung. Frettchen können sehr zahm werden - und sind somit für jeden tierlieben Haustierhalter geeignet.


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Ratte / Farbratte

FarbratteFoto: Junge Farbratte - Quelle: Aaron Müller / wikipedia

Die Farbratte stammt von der wilden Form - der Wanderratte - ab. Sie wurde im 20. Jahrhundert gezüchtet. Ihre traurige Vergangenheit und die vielen Farb-Varianten basieren hautpsächlich auf ihrer Züchtung für Versuchstierlabore. Zudem wurden die Tiere von Generation zu Generation zahmer.
Ratten werden 2 bis 3 Jahre alt und haben einen vergleichsweise schmalen, langen Körperbau. Genau wie Frettchen leidet diese Tierart an einer Überzüchtung. Die Gefahr von Tumoren und anderen Krankheiten ist hoch. Ratten sind -entgegen ihrem Ruf - äußerst soziale Tiere. Die Einzelhaltung gilt als nicht artgerecht. Zwei oder mehrere Tier müssen aber von Beginn an zusammen gehalten werden. Bei späterer Hinzugabe einer weiteren Ratte kommt es sonst zu Revier-Streitigkeiten.
Ratten sind wie ihre wilden Vorfahren sog. Allesfresser. Sie können sich vegetarisch ernähren - verachten aber auch kein Fleisch.
Speziell: Ratten haben einen schlanken Kopf und schlanken Körperbau - Sie benötigen daher ein speziellen Käfig mit engen Gitterabständen.
Empfehlung: Ob Hamster oder Ratte ist oft nur reine Geschmacksache. Wir raten aber von sog. Qualzucht-Varianten ab. Rex-Ratten (mit zugegebenermaßen putzigem Äußeren) oder die schwanzlose Ratte sind nicht artgerecht - und diese Tiere leiden ihr Leben lang unter der Zuchtform.

Weitere Infos und Tipps:
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